Sch(l)eich di! Warum 1860 dankbar für diesen Abstieg sein sollte

Von Kevin Albrecht

Ja, liebe Sechzger, es tut heute verdammt weh. Die letzten Jahre seid ihr schon dem Untergang entgegen getrudelt und nach einer Katastrophensaison nun endlich abgestiegen. Auf der Tribüne sitzen eure Vereinsbosse und entscheiden mit der arroganten Beliebigkeit eines römischen Imperators über euer Schicksal.

giphy

Fliegende Sitzschalen statt eingefahrene Meistertitel

Ihr habt euch verführen lassen. Investoren haben euch die Champions League versprochen. Doch statt Chelsea wartet nun der Chemnitzer FC, statt nach Madrid geht es nun nach Münster. Aber ihr seid nicht die ersten, die den falschen Personen vertraut haben. Gerade im Osten gehört ein Konkurs oder Zwangsabstieg quasi zum „Must-have“ im Leben eines Fußballvereins. Euer Abgang ist ähnlich unrühmlich wie es damals Dynamo oder Magdeburg vormachten. Trainer kamen und gingen, die Presse wurde ausgeschlossen und die Fans randalieren. Die Bilder gleichen sich auf erschreckende Art und Weise.

Vom Osten lernen, heißt Siegen lernen

Einige werden das sinkende Schiff verlassen, andere werden euch wieder das Blaue vom bayrischen Himmel versprechen. Hört nicht auf sie, nehmt euer Glück selbst in die Hand! Geht nicht den Weg mit dem falschen Propheten in der dritten Liga, sondern wagt den Neuanfang. Sicherlich widerspricht es eurem bajuwarischen Selbstverständnis, aber in dem Punkt könnt ihr was vom Osten lernen. Macht die Ochsentur über die Dörfer! Eure Fans werden noch jahrelang davon singen. Setzt auf eigene Talente! Sie werden sich für den Verein zerreißen und ihr könnt sie später zumindest für gutes Geld verkaufen. Und schafft eine familiäre Atmosphäre im Klub! Dynamo, Union, Magdeburg und noch viele mehr haben es euch vorgemacht. Keinesfalls behaupte ich, dass hier jetzt alles blüht, aber man hat sich weitgehend auf die eigenen Stärken besonnen. Der Fußball braucht nicht noch mehr Investoren. Der Fußball braucht wieder mehr Leidenschaft und Liebe. Der Fußball braucht einen engagierten Klub vor der Haustür und manchmal ist es egal, wo dieser Verein temporär spielt. Das wünsche ich euch, liebe Sechzger, das wünsche ich euch!

Mehr davon gibt’s im Drübergehalten-Podcast.

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