5 Gründe, warum wir froh sein können, dass diese EM bald vorbei ist

von Kevin Albrecht

1. Endlich wieder attraktive Spiele

Vorbei ist die EM des Mauerns und Abtastens. Wir können uns endlich wieder  auf attraktive Spiele freuen. Wer die erste Halbzeit des Halbfinalspiels Portugal gegen Wales spannend fand, freut sich auch jedes Jahr darauf, endlich seine Steuererklärung machen zu dürfen. Zum Glück steht die Bundesliga in den Startlöchern. Eine Liga, die dieses Jahr einen neuen Vermarktungsrekord verbuchen kann. Woche für Woche besticht das deutsche Oberhaus durch herzerfrischenden Offensivfußball, seit Jahren bleibt die Meisterschaft bis zum indirekten Freistoß im Strafraum in der Minute 90+4 am 34. Spieltag spannend. Naja gut, bis vor ein paar Jahren zumindest. Ok, Darmstadt, wenigstens haben wir Darmstadt. Das Island der Bundesliga.

 

2. Public Viewing Enemy No. 1

„Wo guckst du heute das Spiel?“ ist wohl eine der häufigsten WhatsApp-Nachrichten der letzten Wochen. Gern möchte man antworten: „Allein zu Hause!“ Am Ende landet man aber dennoch in irgendeiner Bar oder noch schlimmer auf einem Marktplatz oder gar der Worst Case: Fanmeile. Der halbe Liter Bier für 4,50€ plus Pfand, dafür bekommt man aber die Klaustrophobie gratis dazu. Dann steht man sich 90 bzw. 120 Minuten die Beine in den Bierbauch und regt sich wahlweise über den zu kleinen Bildschirm oder den zu langen Weg zum Bierstand auf. Gehen sie also lieber zu einem Spiel des lokalen Kreisligisten. Dort hat der Fußball genauso viel Engagement, einen weitaus höheren komödiantischen Wert und für 4,50€ gibt es ein Bier, eine Bocki oder BraWu und das alles ohne Pfand.

 

3. Schweini hat wieder Urlaub

Die To-Do-List des Bastian Schweinsteiger in den letzten Tagen der EM: Narbe abholen, Titel gewinnen, Held bleiben –  kurz: The Schweini Way. Davor hat der Kapitän dieses Jahr schon alle Stufen des Altmeisters und Titelgaranten durchlaufen: Keine herausragenden Leistungen im Verein, verletzt sein, abgeschrieben werden, rankämpfen und plötzlich wieder Hoffnungsträger sein. Was Christoph Metzelder früher mit Bravour beherrschte, kann auch Schweini. Und nach der EM? Urlaub, kurze Saisonvorbereitung, Suche nach der Form, Verletzung, viel Tennis gucken, abgeschrieben werden…(beginnen sie vier Zeilen weiter oben.)

 

4. Packing Rate an der Einkaufskasse.

Spätestens ab Montag muss EM-Experte Holger Stanislawski nicht mehr dem langweiligsten 0:0 eine taktische Raffinesse abgewinnen. Als Supermarktleiter kann er endlich wieder die Omi an der Kasse zu einer höheren (Ein-)Packing Rate antreiben. Dazu muss Taktik-Holger weder bissige Kommentare von Kahn und Welke fürchten noch Rücksicht auf fehleranfällige Touchscreens nehmen.

 

5. Keine Live-Schalten mehr ins DFB-Quartier

Ohne den Arbeitsaufwand von KMH und Gerhard Delling kleinreden zu wollen, aber der Job des Team-Reporters gehört schon zu den entspannteren Aufgaben. Mittags eine Pressekonferenz, danach ein paar Einzelgespräche oder ab und an 15 Minuten öffentliches Training. Deren Erkenntnisgewinn reduziert sich im optimalen Fall auf „Die Wade der Nation trainiert wieder!“, meistens jedoch auf entfernte Bilder von wahlweise golfspielenden, fahrradfahrenden oder lustlos-um-Stangen-dribbelnden Spielern. Dazu die Info, dass die Bedingungen wirklich tadellos  sind, die Mannschaft morgen um 10 Uhr abfährt und Thomas Müller gerade deutlich bei der Doppelkopf-Runde vorn liegt. Bitte, danke, tschüss.

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